Spielen ist für die Kinder ein Grundbedürfnis. Es hat für die ganzheitliche Entwicklung des Kindes einen hohen Stellenwert. Sie lernen spielend Zusammenhänge und Grenzen kennen, üben Sozialverhalten, mit Gefühlen umzugehen und entwickeln ihre Lernfähigkeit.
Spielforscher fanden heraus, dass Kinder bis zum 6. Lebensjahr ca. 1500 Stunden spielen.
„Das Spiel ist die elementare Form des Lernens und variiert je nach Alter, Entwicklungsstand, Interesse und Bedürfnissen des Kindes.“ (BEP S. 30)
„Freie Spielprozesse sind immer auch Lernprozesse, den Kinder lernen zumindest beiläufig durch spielen.“ (BEP S. 31)
Aus diesem Grund nimmt die Freispielzeit einen zentralen Stellenwert im Tagesgeschehen ein. Es ist die Zeit, in der die Kinder ihren Bedürfnissen entsprechend sich ihr Spielmaterial, ihre Spielpartner und die Dauer des Spiels selbst auswählen. Dabei werden sie meist von eigenen Ideen und Erlebnissen geführt.
Folgende Lernmöglichkeiten stecken in dieser Zeit:
- Soziale Kontakte werden geknüpft, Freundschaften können wachsen
- Konflikte und Meinungsverschiedenheiten bleiben nicht aus und wollen gelöst werden
- Spaß und Freude am Erlebten und Geschafften
- Interessen, Neigungen und Vorlieben werden ausprobiert und entdeckt
- Gefühle werden erlebt und ausgelebt, z.B. Freude, Trauer, Angst, Enttäuschung, Frustration
- Riesengroßer Marktplatz des sprachlichen Austausches und der Kommunikation
- verschiedene Rollen werden ausgehandelt
- Kinder erleben, was es bedeutet in kleinen Gruppen oder Teams zusammen zu spielen und zu arbeiten
- Für ein gutes Miteinander werden Regeln kennengelernt, entwickelt und reflektiert
- Grenzen werden erfahren
- Verantwortung für sich und andere wird übernommen, z. B. Trost geben oder getröstet werden
- Kognitive, motorische und emotionale Fähigkeiten werden erweitert
- Erlebtes wird verarbeitet und es wird in verschiedene Rollen geschlüpft (Rollenspiele)
- Gewinnen und verlieren wird erlebt und ausgehalten
- im Miteinander ein Geben und Nehmen erfahren, z. B. Beim Aufräumen zusammenhelfen, aber auch mal Hilfe bekommen oder kleine Dienste übernehmen
Die Aufgaben des pädagogischen Personals in dieser Zeit sind vielfältig:
- Wir sind für die Kinder wichtige Spiel- und Gesprächspartner
- Wir geben den Kindern Sicherheit, ermutigen Sie und schenken Ihnen Vertrauen in Ihrem Tun
- Wir sorgen für eine gute und harmonische Atmosphäre in der Gruppe
- Wir geben den Kindern Impulse um Spielideen zu entwickeln und neue Spiele auszuprobieren
- Wir bauen Kindern Brücken zu anderen Kindern, Spielgruppen oder Spielmöglichkeiten
- Durch Beobachten von einzelnen Kindern und Spielgruppen erkennen wir die Gruppenstruktur und können Kindern helfen ihren Platz in der Gruppe zu finden
- In dieser Zeit lassen Stärken, Fähigkeiten, Fertigkeiten aber auch Schwierigkeiten der Kinder im Einzel-, Partner- bzw. Gruppenspiel gut beobachten. Diese Erkenntnisse können wir in unsere weiteren pädagogischen Planungen und Handlungen einflechten.
- Wir unterstützen die Kinder dabei ihre Konflikte selbständig zu lösen bzw. Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln.
- Wir schaffen die Voraussetzungen dafür, dass sich die Kinder angenommen und wohlfühlen und ihr Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen entwickeln können.
Spielen ist für Kinder gleichbedeutend wie Arbeit. Es ist anstrengend, wertvoll, erschöpfend und befriedigend. Darum ist es wichtig, dass es für die Kinder immer wieder Rückzugs- und Erholungsmöglichkeiten in den Spielphasen gibt um neue Kraft zu schöpfen.